Innenansicht unserer Kirche
Evangelisch-Lutherische Kirche Stützengrün
zur
Innenansicht unserer Kirche
Die Kirche ist im Stil des sogenannten „Bauern-Barock“ gestaltet.
Im Laufe der 300 Jahre wurde ihr Inneres mehrfach verändert, was an der
Farbgebung zu erkennen ist. So ist z.B. an der rechten Seite über dem
Altarplatz 1794 das „Heroldsche Chor“ eingebaut worden, verziert im
Rokoko-Stil. Die Einbauten links und rechts des Altars erfolgten
um die Mitte des 19. Jahrhunderts im klassizistischen Stil.
Der Terrazzo-Fußboden und die Bänke im Kirchenschiff gehören zur
weiteren Ausstattung anlässlich des 200jährigen Kirchweihfestes.
Der Altar ist das Zentrum der Kirche. Wir wissen nicht, wer ihn geschnitzt hat.
Oben in der Wolke mit Strahlenkreuz (Symbol für das Erscheinen Gottes)
lesen wir in goldenen Buchstaben auf blauem Hintergrund den Gottesnamen,
wie er im hebräischen Alten Testament steht: J A H W E
(die hebräische Schrift ist leider etwas durcheinander geraten). Darunter
befindet sich die Darstellung aus 4. Mose 21.
An der Kanzel, die wie in vielen Barock-Kirchen im Altar eingebaut ist, hat
der Schnitzer die Kreuzigung Jesu dargestellt. Ganz unten unter der Kanzel
halten zwei Engel ein Spruchband,
auf dem der Zusammenhang zwischen dem Bild aus dem Alten Testament
(oben) und aus dem Neuen Testament (Kanzel) erklärt ist.
Beidseitig der Kanzel sind vom Betrachter aus links der Apostel Petrus, rechts der Apostel Paulus zu erkennen. Die 4 hölzernen Leuchter auf dem Altar sind 1958 neu angefertigt worden, ebenfalls das Lesepult (eine Schnitzerei, die zwei singende Engel darstellt).
Der Taufstein ist älter. Die geschnitzte Krone mit dem Kreuz auf der Weltkugel gehört zum Anfangsbestand der Kirche. Der steinerne Unterbau stammt in
etwa aus dem Jahr 1935,
nachdem der hölzerne Taufständer zerfallen war.
Die Orgel ist die dritte an dieser Stelle. Sie wurde 1859 von der Zwickauer
Firma W. F. Jehmlich erbaut. Sie hat 14 Register auf 1 Manual und Pedal,
mechanische Traktur (Schleifladen).
Durch mehrere Umbauten waren der originale Bestand und Klang
verlorengegangen. Sie ist aber noch gut spielbar. 1991 erfolgte die
Restaurierung und damit die Wiederherstellung des Originalzustandes.
Auf dem Dachboden befinden sich 3 Glocken:
c", Bronze (1793);
b', Stahl (1948);
g', Stahl (1948).
Sie vereinen sich zum sonntäglichen Geläut. Die mittlere schlägt die Stunden.
Im Turm hängt die 4. Glocke: e", Bronze (1662). Sie ist das älteste Stück der Kirche und gibt den Viertelstundenschlag der Uhr. Ihr Geläut ertönt zu
Taufgottesdiensten.
(Text: Aus Aufzeichnungen von Pfarrer Märker)
Quelle: Kirchen- und Schulchronik von Stützengrün
Text: Gisela Jochmann