Kirchgemeinde
Stützengrün
 
   
     
 

Geschichte

Die Wurzel unserer Kirche ist in Auerbach im Vogtland zu finden.

1525 ging die Herrschaft Auerbach Stadt mit 15 Ortschaften in den Besitz des Adelsgeschlechts „von der Planitz“ über. Dr. Hans Edler von der Planitz wurde Burgherr auf Auerbach. Dank seiner persönlichen Bekanntschaft mit den Reformatoren, besonders mit Luther, war er dem evangelischen Glauben sehr zugeneigt. Dadurch konnte die neue Lehre in seinem Herrschaftsbereich ruhig und besonnen eingeführt werden. Über 300 Jahre währte die Herrschaft des Geschlechts Hans Edler von der Planitz über Auerbach.

Stützengrün hatte bis ins 16. und 17. Jahrhundert nachweislich keine eigene Kirche. Die Gemeinde wurde über die Filiale Rothenkirchen von Auerbach aus betreut. Stützengrün gehörte mit allen kirchlichen Rechten und Pflichten zur Kirche Rothenkirchen, während der Ort politisch dem Regierungsbezirk Schwarzenberg unterstellt war. Stützengrün vergrößerte sich nach seiner Entstehung im Jahr 1546 rasch, entsprechend vermehrte sich auch die Seelenzahl.

Nach 1680 etwa kam der Wunsch nach der eigenen Kirche auf. Am 6. Mai 1687 legten 8 Gemeindemitglieder unter Führung des Richters Tröger zuerst dem zuständigen Pfarrer ihren Plan vor (Einwohnerzahl 1690 betrug 801).

 

Der zähe Kampf um die Verwirklichung ihres Vorhabens dauerte 14 ½ Jahre. Dazu folgender Zeitablauf:

31. August

1687

Kurfürst Johann Georg III. erteilt

Erlaubnis zum Kirchenbau

8. Juni

1690

amtliche Verfügung durch Kurfürst Johann Georg III. zur Erlaubnis

31. März

1691

Verträglicher Rezess (Mutterkirche befürchtet Einbußen)

28. Juni

1693

Kurfürst Johann Georg IV. bestätigt Rezess vom 31.03.1691 mit Befehl, dass „demselben allenthalben gebührend nachgelebt werden soll“

16. November

1696

Kurfürst Friedrich August I. muss den Befehl vom 28.06.1693 wegen erneutem Ein- und Widerspruchs der Kollatoren wiederholen

26. Januar

1697

Grundsteinlegung in Anwesenheit aller verantwortlichen Amtsträger von Kirche und Staat

12. September

1698

mittags bis 14. September abends sogenanntes Heben der Kirche

2. August

1699

Heben des Glockenstuhls

23. Oktober

1701

(22. Sonntag nach Trinitatis) Einweihung der Kirche

 

 

Der Kirchenbau wurde bestritten mit Geldern aus Sammel- und Spendenaktionen. Es musste sich jedoch aufs Wesentliche beschränkt werden. So konnte aus finanziellen Gründen erst 100 Jahre später die Mitteldecke eingezogen werden. Die Kirchgemeinde Stützengrün wurde zur Filiale von Rothenkirchen. Die Betreuung durch Rothenkirchen endete mit dem Erhalt des eigenen Pfarramtes am 1. Oktober 1885 (Übernahme an Ephorie Schneeberg, Einwohnerzahl angestiegen auf 2300).

 
 
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